Krankengymnastik- und Massagepraxis Dümpten, Anette LeimbachKrankengymnastik- und Massagepraxis Dümpten
Anette Leimbach
therapeuten

Krankengymnastik- und Massagepraxis Dümpten
Anette Leimbach


Mellinghofer Str. 228
45475 Mülheim

Telefon: (0208) 75 48 76
Telefax: (0208) 6 20 55 77

Gesundheitsnachrichten

Sicherheit hat Vorfahrt!

Safety first gilt auch für den Kinderrücken

Der Autokindersitz: Er soll im Fall der Fälle Leben retten, im Alltag den Rücken schonen und die körperliche Entwicklung der Kinder unterstützen.
Beim Neugeborenen gehört der Besuch bei Freunden und Großeltern in den ersten Lebensmonaten oft zum Pflichtprogramm. Doch bevor die Reise im Auto beginnt, gibt es bei der Entscheidung des richtigen Kindersitzes, beziehungsweise der Babyschale, einige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Der optimale Schutz steht selbstredend an erster Stelle. Doch die gesundheitlichen Aspekte, auch für die Eltern, sind nicht von der Hand zu weisen. So sollte die Wahl immer auf ein Modell fallen, das durch seine Leichtbauweise bei gleichzeitig leichter Handhabung überzeugt. Das schont beim steten Rein- und Rausheben der Schale sowie beim Verankern und Befestigen den Rücken. Je unkomplizierter, desto besser.

Die Babyschale – nützlicher Begleiter und Lebensretter Babyschalen dienen als Tragekorb für kurze Wege. Auf dem Boden stehend können sie zur Wippe für ein kleines Nickerchen zwischendurch werden. Doch was, wenn es zum Äußersten kommt – ein Unfall. Die Kräfte, die dann walten, sind immens und auch bei geringen Geschwindigkeiten nicht zu unterschätzen. So ist es unerlässlich nur Kindersitze zu nutzen, die den aktuellen Prüfnormen genügen. Wurden Babyschalen und Kindersitze bisher nach der Zulassungsnorm ECE R44-04 geprüft und in Altersgruppen eingeteilt, gibt es aktuell die Prüfnorm UN R129 (i-Size) für Autokindersitze. Diese neue Zulassungsnorm geht nach der Größe statt des Gewichts, fokussiert sich auf ein besseres Zusammenpassen von Kindersitz und Auto und beinhaltet strengere Sicherheitskriterien als die bisherige Zulassungsnorm. Unterschieden werden drei Kategorien: Babyschalen, Kleinkindsitze und Sitzerhöhungen mit fester Rückenlehne. Mehr erfahren Sie unter www.agr-ev.de/autokindersitze.

Faktor Rücken und körperliche Entwicklung Autokindersitze sind mehr als nur für den sicheren Transport von Kindern lebenswichtig. Sie spielen auch eine entscheidende Rolle bei der gesunden Entwicklung. Denn durch stetiges Körperwachstum in frühen Lebensphasen muss auch der Ergonomie des Kindersitzes eine besondere Bedeutung beigemessen werden. So ist es unerlässlich, dass sich die Autokindersitze dem wachsenden Kind anpassen lassen, beispielsweise indem Einsätze und Kissen herausgenommen oder eingesteckt werden können und die Kopfstützenhöhe verstellt werden kann. Beim Einstellen der Kopfstützenhöhe sollten die Schultergurte automatisch mitwandern, so liegen sie stets auf der körpergerechten, richtigen Höhe für das Kind an. Diese Anpassung sollten die Eltern idealerweise einhändig mit einem einfach erreichbaren Griff vornehmen können. Denn die ideale Passform bedeutet zudem erhöhte Sicherheit. Für den Fall eines seitlichen Aufpralls sind ein sehr guter Seitenhalt sowie energieableitende Kopf- und Schulterstützen unabdingbar. Gründe, die mit nach hinten gerichteten Schalen, besser zu garantieren sind. Daher sehen die aktuellen Regulierungen solche Sitze mindestens für die ersten 15 Lebensmonate vor. Experten empfehlen sogar den Transport entgegen der Fahrtrichtung bis zum 4. Lebensjahr. Erst danach sollte auf vorwärts gerichtete Systeme, also mit dem Blick in Fahrtrichtung, gewechselt werden.

Ebenfalls sinnvoll ist ein sogenannter Neugeboreneneinsatz. Er wird in den ersten vier Lebensmonaten genutzt, um einen zusätzlichen Seitenhalt und einen flacheren Sitzwinkel zu bieten. Letzterer ist wichtig, da die Nackenmuskeln eines Neugeborenen noch nicht vollständig entwickelt sind. Zusätzlich vermeidet der flachere Winkel, dass der Kopf des Babys auf die Brust vorfällt.

Ich will Spaß – ich geb acht! Auch die besten Kindersitze erlauben nicht die aus ergonomischer Sicht perfekte, völlige Bewegungsfreiheit des Kindes. Das ist übrigens ein grundsätzlicher Nachteil für alle Passagiere beim Autofahren. Auf längeren Strecken sollten man daher nicht nur dem Kind genügend Pausen und etwas Bewegung gönnen. Zumal es sehr wichtig ist, gerade bei längeren Fahrten für ein gleichbleibendes, angenehmes Sitzklima zu sorgen – das wird durch kontinuierliche Luftzirkulation zwischen Körper, Kindersitz und Fahrzeugsitz erreicht. Pausen sind also unerlässlich.  

Checkliste Rückengerechte Autokindersitze (Babyschalen)

Diese Liste zeigt die wichtigsten Faktoren, die ein rückengerechter Autokindersitz gewährleisten muss:

  • Einstellbare Rücken-, Kopf- und Schulterstütze (nicht bei Babyschalen)
  • Sitzflächenverlängerung (nur bei Sitzen für Kinder mit einer Körpergröße von circa 100-150 cm)
  • Seitenführung im Beckenbereich
  • Bewegungsfreiheit (der Situation angemessen) sowie Bein- und Armfreiheit
  • Wechsel zwischen aufrechter Sitz- und Ruheposition (ab einer Körpergröße von circa 61 cm)
  • Sichtfreiheit
  • Körpergerechte Grundstruktur
  • Optimales Sitzklima
  • Sicherheit durch Erfüllung aller Sicherheitsaspekte und der gesetzlichen Richtlinien
  • Rücken- und bedienerfreundliche Handhabung:
  • Einstellbarkeit ohne Werkzeug
  • Unverwechselbare Bedienungselemente
  • Leicht wechsel- und waschbare Bezüge
  • Komfortables Einsetzen und Entnehmen des Kindes

Außerdem sinnvoll

  • Lösungsvorschläge für Sichtkontakt zum Kind bei rückwärtsgerichtetem Transport auf der Rückbank

20.04.2021 DGA | Quelle: Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.


Durchführbarkeit von Rehasport (Lungensport) zu Pandemiezeiten

Stellungnahme der AG Lungensport in Deutschland e.V.

Training, z. B. in ambulanten Lungensportgruppen, verbessert die Belastbarkeit von chronisch Lungenerkrankten. Diese Therapieoption hilft den Betroffenen, trotz eingeschränkter Lungenfunktion, den Alltag leichter zu bewältigen und Lebensqualität zu gewinnen. Lungensport ist eine medizinisch notwendige Leistung. Die im Rehasport geforderte Fläche von 5qm/Teilnehmer übertrifft den geforderten Mindestabstand von 1,50m weit. Im Rahmen des Rehabilitationssports ist die Nachverfolgbarkeit von möglichen Infektionen „systembedingt" zu 100% gegeben. Die AG Lungensport fordert, dass Lungensport unter Beachtung entsprechender Schutz- und Hygienekonzepte unter fachlicher Leitung stattfinden kann.

Bei der Frage der Durchführung von Rehasport (Lungensport) zu Pandemiezeiten muss abgewogen werden zwischen dem Risiko einer Infektion und den Risiken, die eine Unterbrechung des Rehasports mit sich bringt. Beide Risiken betreffen dasselbe Schutzgut, nämlich die Gesundheit. Einerseits birgt Rehasport in Gruppen die Gefahr einer Infektion, andererseits gefährdet die Untersagung das angestrebte Ziel des Rehasports, nämlich die gesundheitliche Rehabilitation. Von zentraler Bedeutung ist das Erlebnis des gemeinsamen Sporttreibens trotz krankheitsbedingter Leistungslimitierung.

Auch beim Rehasport hat die Gesundheit höchste Priorität. Kürzlich wurde eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. zu Hygienemaßnahmen bei der Behandlung von Patienten mit Lungenerkrankungen in der ambulanten Physiotherapie und dem Lungensport zu Pandemiezeiten publiziert (Hellmuth T et al. Pneumologie 2021; 75: 57-59). Die Umsetzung der beschriebenen Sicherheits- und Hygienestandards ist praktikabel und problemlos möglich. So ist beispielsweise durch die im Rehasport geforderten 5qm pro Teilnehmer immer ein Abstand von 2,50m gegeben. Der übliche Mindestabstand von 1,50 ist somit weit übertroffen. Weitere Maßnahmen umfassen die Erklärung der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen durch Gruppenleiter, die Desinfektion verwendeter Materialien (auch Hocker) vor und nach jeder Übungsstunde, die Lüftung des Übungsraumes, die Kontrolle des Zugangs und die Bereitstellung von medizinischen Masken, Desinfektionsmitteln und Einmalhandtüchern. Auf die Nutzung von Umkleidekabinen und Gemeinschaftsräumen kann verzichtet werden.

Rehabilitationssport verlangt ausdrücklich nicht die Durchführung von maximaler körperlicher Leistung an Trainingsgeräten (wie in einem Fitnessstudio) und vermeidet dadurch hohe Atemluftströmungen bzw. vermehrte Aerosolbildung. Beim Training wird die Maske durchgehend getragen, und die Räumlichkeiten werden regelmäßig gelüftet. Jedem Teilnehmer wird ein fester Platz zugewiesen – beispielsweise im Sitzen auf dem Hocker. Zu Pandemiezeiten finden keine Partnerübungen statt. Von Bedeutung ist vielmehr das Erlebnis des gemeinsamen - also ort- /und zeitgleichen – Trainierens.

Der Rehabilitationssport in Gruppen findet unter Leitung eines zertifizierten Übungsleiters statt. Dieser Übungsleiter verfügt über (Fach-) Kenntnisse in Biologie und Medizin. Außerdem wird die Rehasportgruppe bei Bedarf von einem Arzt beraten. Diese Beratung umfasst auch die erforderlichen Hygienebestimmungen. Erfahrungsgemäß haben die Aussagen von Ärzten besonderes Gewicht und bieten deshalb eine besondere Gewähr dafür, dass Hygieneschutzbestimmungen eingehalten werden. Die Einhaltung eines Schutz- und Hygienekonzeptes kann also – anders als bei Individualtraining in Fitnessstudios von einer medizinisch fachkundigen Person kontrolliert werden.

Das Ministerium argumentiert, dass der Rehabilitationssport gerade für Teilnehmer aus „vulnerablen Gruppen“ untersagt werden muss. Diese Aussage konterkariert aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. In Norwegen wurden zunächst wie in anderen europäischen Ländern im Rahmen der Lockdown-Maßnahmen die Fitness-Studios geschlossen. Das norwegische Gesundheitsministerium hat daraufhin wissenschaftlich prüfen lassen, ob die Studios unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen können. Die TRAiN-Studie („Rapid-Cycle Re-Implementation of Training Facilities in Norway“) der Oslo Universität ist eine randomisierte Studie zum Infektionsrisiko in Fitnessstudios. Das Virus zirkulierte während der Studienzeit in der Stadt. Doch die Fitness-Studios hat es unter den Sicherheitsstandards, die beim Rehasport deutlich höher sind, nicht erreicht (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114193/SARS-CoV-2-Wie-sich-Infektionen-im-Fitnessstudio-(vielleicht)-vermeiden-lassen).

Natürlich gibt es kein NULL-Risiko für eine CORONA-Infektion, doch muss das minimale Risiko in der „vulnerablen Gruppe“ der Lungenkranken unter den oben skizzierten Voraussetzungen in Beziehung gesetzt werden zum Risiko durch Unterbrechung des evidenzbasiert wirksamen Lungensports, das ungleich höher ist.

Weiter ist zu berücksichtigen, dass der ärztlich verordnete Rehabilitationssport in Gruppen schon ausweislich der gesetzlichen Leistungsbeschreibung in § 64 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX „unter ärztlicher Betreuung und Überwachung“ steht und es deshalb nicht nur möglich, sondern gesetzlich vorgeschrieben ist, dass der betreuende und überwachende Arzt diejenigen Teilnehmer, bei denen ausnahmsweise derzeit der Besuch der Rehasportgruppe aus infektionsschutzgründen medizinisch nicht vertretbar ist, von der Teilnahme ausschließt.

Besonders schwer trifft die Entscheidung, Lungensport in ordentlicher Form zu untersagen, die Patienten mit Post-COVID-Syndrom. Gerade für diese Patienten ist Reha-Sport von besonderer Bedeutung. Dass die Betroffenen Rehasport nicht durchführen dürfen (ungeachtet der Tatsache, dass sie ja immun sind…), erscheint nicht plausibel.

Ein kleiner, aber relevanter Punkt ist, dass im Rahmen des Rehabilitationssports die Nachverfolgbarkeit von möglichen Infektionen „systembedingt" zu 100% gegeben ist.

Wir appellieren deshalb an die zuständigen Behörden, die Untersagung der Teilnahme am Reha-/Lungensport in kleinen Gruppen unter strikter Beachtung des oben genannten Schutzkonzeptes und der Hygienestandards aufzuheben, da diese Maßnahme in keinem angemessenen Verhältnis zum Ziel der Infektionsverhinderung bzw. Virusverbreitung durch Kontaktvermeidung steht, die Rehabilitation der Betroffenen sonst aber immer mehr gefährdet ist.

Bad Lippspringe den 8.3.2021

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V.


Zugluft und „steifer Hals“: Mythos oder Wahrheit?

Zugluft und „steifer Hals“: Mythos oder Wahrheit?

„Pass auf, dass du keinen Zug abbekommst.“ Fast jeder kennt diesen gut gemeinten Rat, der auf die vermeintlichen Folgen von Zugluft abzielt: Nackenschmerzen und der vielbeschworene „steife Hals“. Das Thema ist derzeit sehr aktuell: Die gute Durchlüftung geschlossener Räume ist in Zeiten der Corona-Pandemie besonders wichtig. Während die einen die Warnung vor Zugluft als „Ammenmärchen“ abtun, bereitet anderen jeder Lufthauch ein Unbehagen. Ist Zugluft also ein Problem für den Nacken? „Ein einfaches ,Ja´ oder ,Nein´ reicht nicht aus: Neuere Erkenntnisse legen nahe, dass die physiologischen Grundlagen komplexer sind als bislang angenommen“, betont die Physiotherapeutin und Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.), Ute Repschläger.

Bislang wurde davon ausgegangen, dass gerade der kaum merkliche, aber konstante Luftzug tückisch für die Muskulatur sein kann. Bei leichter Zugluft streicht die Luft über einzelne Körperstellen, meistens über einen längeren Zeitraum. Die Körperstelle kühlt aus, die Gefäße ziehen sich aufgrund der Kälte zusammen. Als Folge werden die Muskeln nicht mehr so gut durchblutet und in ihrer Funktion und ihrem Zusammenspiel eingeschränkt. Dieser Mechanismus wird als Ursache für Nackenschmerzen angesehen.

Neuere Studienergebnisse legen nahe, dass der angenommene Mechanismus komplexer ist. „Als Physiotherapeuten müssen wir uns den Zusammenhang von Muskelspannung und Schmerz anschauen“, berichtet Repschläger. Erste Erklärungsansätze liefert eine aktuelle Studie, die die Muskelspannung bei Frauen mit Nackenschmerzen im Vergleich zu beschwerdefreien Frauen untersucht: „Subjektiv empfundene Nackensteifigkeiten und Schmerzen stehen nicht mit einer erhöht messbaren Muskelspannung in Verbindung“, so Repschläger. Anders als erwartet zeigten im Durchschnitt alle Muskelschichten in der Schmerzgruppe eine etwas geringere Steifigkeit als in der Gruppe ohne Nackenschmerzen Der Unterschied lag nicht in der für Therapeuten tastbaren oberflächlichen Muskulatur, sondern in der Tiefe. Wieso nehmen Patienten dann den Muskel als steif wahr, wenn dieser nicht messbar steif ist?

Hierzu lassen sich momentan nur Erklärungsversuche heranziehen. Normalerweise weiß das Unterbewusstsein, wie sich der Körper und Bewegungen, die von Muskeln durchgeführt werden, anfühlen. Wenn die Wahrnehmung einer Bewegung nicht zum Normalzustand passt, kann der Körper diese Bewegung als steif interpretieren. Erklären lässt sich dies durch die verschiedenen Muskelschichten, die für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind. Die tieferen Schichten starten die Bewegung und sorgen für Stabilität. Wenn diese tieferen Muskelschichten nicht gut arbeiten können, wird mehr Energie benötigt, um eine Bewegung durchzuführen. Diese benötigte Mehrenergie könnte ursächlich für die gefühlte Steifigkeit sein. Die Studie zeigt umso deutlicher, dass die Behandlung der Schmerzsymptomatik in die Hände eines fachkundigen Physiotherapeuten gehört. Dieser stimmt aufgrund der Symptome der Patienten und nach dem spezifischen Befund die Behandlung auf jeden Patienten individuell ab.

Für die Betroffenen steht zunächst der Schmerz im Vordergrund. Sie können sich bei Beschwerden an die physiotherapeutische Fachpraxis wenden. Physiotherapeuten kennen eine Reihe von effektiven Hilfsmaßnahmen und beraten gern. Bei leichteren Beschwerden kann der Betroffene versuchen, sich durch Wärmeanwendung sowie sanfte Dehn- und Bewegungsübungen selber zu helfen. So manche davon sind einfach umzusetzen und können als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ problemlos in den Alltag integriert werden (siehe Kasten).

Wenn die Problematik länger anhält, sollte weitere professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Der Arzt kann dann eine Verordnung für Physiotherapie ausstellen. Der Physiotherapeut hält eine große Anzahl von wirkungsvollen Behandlungsoptionen bereit. Dazu gehören etwa eine passive Mobilisation, muskelentspannende Techniken sowie aktive Übungsprogramme. Vor allem die Manuelle Therapie wird dabei gern eingesetzt. Sich gar nicht oder nur eingeschränkt zu bewegen, ist dagegen kontraproduktiv. Dann können die Beschwerden andauern oder sich sogar verschlimmern.

Wer den akuten Schmerz dann überstanden hat, sollte darüber nachdenken, mit Kräftigungsübungen fortzufahren – insbesondere bei häufigem Auftreten von Nackenschmerz. „Nach diesen neueren Erkenntnissen können wir Physiotherapeuten nur empfehlen, die tiefere Muskulatur zu kräftigen. Dadurch kann die gesamte Muskulatur besser mit negativen Einflüssen jeglicher Art umgehen. Auch hier unterstützen wir gern“, sagt Repschläger.

Übungen

Zwei einfache Übungen aus dem physiotherapeutischen „Notfallkoffer“ können bei leichten Beschwerden helfen. Führen Sie sie nur aus, wenn Sie sich schon etwas bewegt haben, also nicht direkt nach dem Aufstehen. Die Bewegungen dürfen keinen Schmerz auslösen:

1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder Hocker, achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung. Winkeln Sie den linken Arm mit der Faust zur Schulter an und ziehen Sie die Schulter nach unten. Drehen Sie den Kopf um 45 Grad nach rechts und schauen Sie zum Boden. Die Dehnung seitlich am Nacken wird noch verstärkt, wenn Sie die rechte Hand über den Kopf zum linken Ohr führen und den Kopf leicht nach vorne und rechts unten ziehen. Halten Sie die Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen Sie sie dann auf der anderen Seite. Führen Sie die Bewegungen langsam und bewusst durch.

2. Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder Hocker, achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung. Legen Sie beide Hände an Ihren Hinterkopf. Bewegen Sie das Kinn in Richtung Brust und formen Sie so ein Doppelkinn. Während der Rücken aufrecht und gerade bleibt, führen Sie den Kopf weiter Richtung Brust, bis Sie einen leicht ziehenden oder brennenden Dehnschmerz im Nacken spüren. Halten Sie die Dehnung für mindestens 30 Sekunden. Führen Sie die Bewegungen langsam und bewusst durch.